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WENN ELTERN TRINKEN

Experten schätzen, dass derzeit jedes sechste Kind unter 18 Jahren bei mindestens einem alkoholkranken Elternteil aufwächst. Rund 2,6 Millionen Kinder und Jugendliche sind in Deutschland davon betroffen. Wenn dein Vater, deine Mutter oder auch beide Eltern regelmäßig betrunken sind, solltest du nicht länger warten und dir von Profis helfen lassen. Allein kannst du das Problem nicht lösen. (Hier geht's zum Beratungsstellenfinder)

@ Photographee.eu / Fotolia

Die Familie bleibt auf der Strecke

Wenn Eltern zu viel trinken, leidet die ganze Familie. Weil der Schädel brummt, fällt zum Beispiel der Kinobesuch ins Wasser, auf den du dich so gefreut hattest. Eltern streiten sich und vernachlässigen ihre Pflichten, weil zu viel Alkohol im Spiel ist. Kinder und Jugendliche leiden unter dieser Situation. Viele werden zu Managern der Sucht ihrer Eltern und helfen ihnen dabei, deren Folgen zu bewältigen.

Alkoholsucht ist eine Krankheit

Was als Partyspaß beginnt, kann sich schleichend zu einer Sucht entwickeln. Menschen, die regelmäßig größere Mengen Alkohol trinken, sind abhängig. Diese Sucht kann jeden treffen, auch Väter und Mütter.

Ein Süchtiger hat das Gefühl, dass er ohne Alkohol nicht mehr leben kann. Der Alkohol wird zum Mittelpunkt seines Lebens. Alles andere erscheint ihm unwichtig, sogar die eigene Familie. Die meisten Menschen schämen sich für ihre Sucht, schaffen es aber nicht allein, mit dem Trinken aufzuhören.

Vier wichtige Fakten

1.     Es ist nicht deine Schuld, dass dein Vater oder deine Mutter zu viel trinken.

2.     Du bist kein Verräter, nur weil du Andere um Hilfe bittest. Im Gegenteil. Nur so kannst du deinen Eltern helfen.

3.     Ohne Hilfe von außen lassen sich Alkoholprobleme so gut wie nie lösen.

4.     Fast immer verbessert sich die Situation durch die Hilfe. Das berichten Kinder und Jugendliche, die sie in Anspruch genommen haben. 

Die Sucht überwinden

Viele Menschen wollen nicht über Alkoholabhängigkeit sprechen. Dieses Tabu macht es Kindern von alkoholkranken Eltern schwer, sich mit ihren Sorgen an Personen außerhalb der Familie zu wenden. Viele Kinder und Jugendliche fürchten, dass ihre Familie auseinanderbricht. Keine Angst! Mit Hilfe von professionellen Hilfs- und Therapieangeboten können alkoholkranke Menschen ihre Sucht überwinden.

Lass dich beraten

Es gibt eine Reihe von Hilfs- und Beratungsangeboten. Der erste Schritt ist immer der schwerste.


Gut, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beratungsstelle niemals weitererzählen, was du ihnen gesagt hast.

Eine Beratungsstelle ist auch dann die richtige Adresse, wenn du dir unsicher bist, ob dein Vater oder deine Mutter ein Alkoholproblem hat. In einem Gespräch findet ihr das gemeinsam heraus.

@ bst2012 / Fotolia

Beim Infotelefon der BZgA kannst Du dich anonym beraten lassen. Hier erfährst du auch, wo es eine Beratungsstelle in deiner Nähe gibt:

Telefon: 0221–892 031*
Mo.–Do. 10.00 bis 22.00 Uhr
Fr.–So. 10.00 bis 18.00 Uhr

(*Kostenpflichtig. Es gilt der Preis deines Telefonanbieters für Gespräche ins Kölner Festnetz.)

Hier geht es zum Beratungsstellenfinder.

Foto "Lass dich beraten" @bst2012 / Fotolia

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